Ganztagesveranstaltung Sonnabend


Die Essays des Michel de Montaigne (1533-1592) sind wichtige Beiträge zur skeptisch- moralistischen Tradition in der Philosophie. Diese auf die philosophischen Weisheitsschulen der Antike zurückgehende Tradition konzentriert sich auf die Beantwortung der Frage: „Wie soll ich leben, damit mein Leben gelingt, d.h. damit ich glücklich werde?“ Das Besondere und besonders Moderne an Montaignes Behandlung dieser Frage ist die Tatsache, dass er dabei auf religiöse und metaphysische Begründungen eines Sinns des Lebens gänzlich verzichtet. In diesem Sinne ist seine Lebensphilosophie „mundan“ (innerweltlich).

Interessant und sympathisch ist auch, wie Montaigne sich selber und seine Lebenswirklichkeit zum zentralen Gegenstand der Analysen und Reflexionen macht. Er legt dabei nämlich vor allem seine Schwächen, Zweifel und Unsicherheiten offen dar. In diesem Zusammenhang spielt auch seine Vorstellung vom angemessenen Verhältnis der Geschlechter eine wichtige Rolle.

Insgesamt sollen die Texte als Bausteine einer philosophischen Theorie der Lebenskunst gelesen werden. Dabei werden u.a. die folgenden Problemkreise eine zentrale Rolle spielen: Skepsis, Gewohnheit, Gewissen, Freundschaft und Liebe, Einsamkeit, Eitelkeit, Sterben und Tod, Gott und Religion. Wichtig sind bei der Behandlung dieser Fragen insbesondere die Essays „Von der Einsamkeit“, „Von der Reue“, „Von der Erfahrung“ und „Philosophieren heißt sterben lernen“.

Protokoll, geschrieben von Doris Nicolai und Wolfgang Grätz

Termin: 21.04.07, 10.30 - 18.00 Uhr
Gebühr: 45,00 / 35,00 / 15,00 / 10,00 Euro
Referenten: Rudolf Lüthe
Barbara Abigt
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